
Das ist er übrigens:
Hier zwei andere Hostels bei Nacht, leider wurde das Bild vom eigenen Hostel zu unscharf, aber die ähnelten sich schon sehr, waren allesamt hübsch anzusehen!
Mhm! Schlangendarm in Bierteig! - Naja, ne, quatsch, einfach nur Teig der so lustig zusammengerollt und in Öl ausgebacken war. Prinzipiell muss man sagen: Pingyao hatte tolle Sachen zu essen, tolle Mondkuchen-ähnliche Kuchen, dann so andere frisch gebackene mit Zucker gefüllte Plätzchen, lustige Pyrammidenförmige hohle Plätzchen die jeden Glückskeks in die Schranken weisen und allerlei mehr! Übrigens, in Pingyao habe ich meine erste gefälschte Coca Cola getrunken. Sehr interessant! *schüttelt sich*
Kam man ein wenig fernab der ganzen großen, vollgestopften Straßen, mit ihren Futter- und Krimskrams-Ständen, so...
... konnte man noch mehr vom eigentlichen Pingyao sehen, dem Staub (der allgegenwärtig war...), den Leuten, dem eher einfachen Leben. Gerade das war unglaublich eindringlich, viele Eindrücke und Kuriositäten ließen sich erst dort erblicken, wenn man einen Blick in die versteckten Innenhöfe warf, wo Frauen noch ihre Wäsche quer über den Weg hängen, und Hunde faul in der Sonne dösen:
So, hier sind wir dann schon beim nächsten Tag, wo wir uns einen Typ mit seinem Kleinbus für eine Rundfahrt zu dem weiter oben erwähnten Anwesen und einem Tempel organisierten. Dieser Hundesohn hatte es natürlich geschafft, uns übers Ohr zu hauen, anstatt der vereinbarten 18 Euro für den Tag, lief es letztlich auf 24 Euro raus. Man mag sagen, das ist bei sechs Leuten pillepalle, aber es geht ja auch ums Prinzip! Uns eiskalt zu sagen, dass er uns nicht mitnimmt, wenn wir schon irgendwo weit draußen vor Pingyao sind, es es weit und breit keinen anderen Fahrer gibt, tja, das ist schon dreist. Naja, wir habens mitgemacht, und hatten letztlich doch einen tollen Ausflug.
Zuerst also das Anwesen, in welchem auch der Film "Rote Laterne" gedreht wurde:
Was einem das ganze einfach ein wenig verdarb, waren die Unmengen an Touristen! (In China sieht man übrigens meistens nur chinesische Touristen, Europäer sind sehr selten, wir waren teils schon echt ne Kurisosität, und auch hier wollten sich Leute mit uns fotografieren lassen. Auch als wir mal ein Gruppenbild gemacht hatten, haben die Chinesen die Gelegenheit genutzt und uns alle auf einmal fotografiert. Sehr interessant, einmal mehr!
Was immer wieder bei diesen ganzen chinesischen Tempeln und Häusern und derlei zu sehen ist: Diese beeindruckenden Details! Mit einer unvorstellbaren Hingabe hat man alles an so einem Haus verziert, so aufwendig wie es mehr nicht geht, hier zum Beispiel irrwitzig kleinfitzelige Schnitzereien. Da fragt man sich tatsächlich immer wieder: Wie lange muss man an sowas gesessen haben? Vor allem wenn so ein Anwesen voll damit ist:
Eine weitere Kuriosität Chinas: "Fotografieren verboten"-Schilder, an die sich niemand (!) hält. Wirklich niemand. Genausowenig wie an Vorfahrtsschilder, nicht hupen Schilder, nicht spucken Schilder, nicht abbiegen Schilder, nicht betreten Schilder, usw.usf. Klar, dass man da als echter Laowai mitmachen muss!
Das hier war übrigens der Kleinbus mit dem wir rumgefahren wurden. Schäbig, ja, aber er erfüllte seinen Zweck: Uns rumzufahren.
Nun stand ein Kontrastprogramm zu dem "Rote Laterne"-Anwesen an: Der Zhenguotempel auch außerhalb von Pingyao. Touristen gab es fast keine, es war wunderbar ruhig, keinerlei Autos, nur Stille und Sonnenschein. Traumhaft.
Einige der hier gezeigten Fotos sind im Übrigen abermals nicht von mir gemacht, sondern von Resi. So wie dieses folgende tolle hier, danke dafür!
Am späten Nachmittag wieder in Pingyao angekommen wagte ein Teil von uns sich noch in eine weitere dortige Sehenswürdigkeit, das alte Anwesen der Regierung von Pingyao. Für mich zählt es zu den schönsten Flecken in Pingyao, und bisher auch wohl von China. Es war dermaßen toll in Schuss, wunderschön gepflegt, und da wir kurz vor Feierabend kamen war es idyllisch ruhig. Die Anlage war traumhaft schön, gerade in der Dämmerung die dann einsetzte, war es wirklich unvergesslich. Ich kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus! Doch leider kommt das auf den Fotos nicht so rüber, aber falls ihr mal nach Pingyao gehen solltet: Unbedingt anschauen, so ne Stunde bevor zugemacht wird. Unvergesslich!
Interessant übrigens: Das Zeichen hinten an der Wand durch den Eingang hindurch heißt Gefängnis, oder Kerker. Hübsch geschrieben, für einen nicht so hübschen Ort...
Traumhafte Architektur. Sicher, allmählich sieht für Euch auf vielen Fotos alles gleich aus, und es wird schwer alles auseinander zu halten. Aber gerade dieses Anwesen war einfach wunderschön. Nicht so quietschbunt wie die Verbotene Stadt, meist dezent in Braun und Grau, hier und da ein wenig Rot und Gold, alles so wunderbar symmetrisch und ordentlich.
Dieser Baum hier war sehr sehr interessant. Die Geschichte dahinter ist folgende: Laut einem Schild das dabei stand, wurde in diesem Hof, als auch in einem Nachbarhof, schon seit der Han-Zeit immer an der gleichen Stelle ein Baum gepflanzt (wenn der alte eben gestorben war oder dergleichen). Erst recht ungläubig, las ich dann weiter, und da stand, dass der Baum hier um die 600 Jahre alt sei. Einmal um den Baum herumgelaufen zeigte sich dann, dass da sicher was dran ist, denn der Baum war um ein Stück Mauer die hier früher verlaufen sein mag herum gewachsen:
Allgemein ist Pingyao nämlich als Stadt wirklich sehr sehr alt: Die Geschichte der Stadt geht bis in die westliche Zhou-Zeit (ca 1100 bis 770 vor Christus) zurück, erhielt aber erst ca. 450 nach Christus ihren heutigen Namen. Schon beeindruckend, irgendwie!
Das allerschönste dort war der Garten: Traumhaft angelegt, so etwas hätte ich gerne in Deutschland auch. Es war total still, idyllisch, das Licht das auf den Bildern überhaupt nicht rüberkommt tauchte alles in eine dämmrige, mystische Atmosphäre. Es war traumhaft schön, wäre es nicht so schnell dunkel geworden, ich hätte dort noch Stunden einfach nur sitzen können.


So, das war es mit Pingyao! Für einen Teil von uns (der Rest machte sich dann schon wieder auf den Rückweg nach Peking) sah der weitere Plan so aus, Freitag früh wenn der Busbahnhof aufmacht hinzugehen, und gleich einen Bus nach Taiyuan zu nehmen, und von dort aus nach Datong. Klappte soweit alles gut, insgesamt so 6 Stunden Fahrt, relativ bequem, wunderbar günstig! In Datong angekommen war das erste Problem eine Unterkunft zu bekommen. Glücklicherweise sprach uns am Busbahnhof jemand auf Englisch an, und half uns letztlich, einen Taxifahrer zu finden, der uns für 2 Euro so lange durch die Stadt fuhr und uns Hotels zeigte, bis wir eines gut finden würden. Was dann auch recht fix ging, gleich das erste übertraf unsere Erwartungen, und wir nahmen dort ein drei-Bett-Zimmer für zusammen 38 Euro inklusive Frühstück, und mit eigenem Bad, Fernseher, fast schon luxuriös, auf jeden Fall aber viel viel besser als das Hostel, und umgerechnet gar nicht so viel teurer. Kurz ausgeruht, machten wir uns dann am gleichen Tag noch zu den Yungang-Grotten auf:
Eine halbstündige Taxifahrt von Datong entfernt, liegen diese hauptsächlich zwischen 460 und 525 nach Christus erbauten buddhistischen Grotten, die ebenso wie die Pingyaoer Altstadt als Weltkulturerbe gelten. Und was das für Grotten waren! Diese direkt in den Fels gehauenen Höhlen beherbergten unglaubliche Mengen an Buddha-Statuen, von winzig klein (wenige Zentimeter) bis riesig groß (17 Meter!). Teils bemalt, teils natürlich, wurden diese Figuren allesamt aus dem Stein herausgeschlagen. Sich vorzustellen, wie das damals gegangen sein soll ist mir nicht gelungen. Beachtenswert auch, dass diese Höhlen so fernab der ursprünglichen Gegend waren, über welche der Buddhismus Einzug nach China erhielt.
Höhle Nummer 1 und schon gleich so ein Riese! Das war insgesamt eine der eher größeren Höhlen, es gab auch kleinere, die nicht so tief hinein ragten. Vor den meisten hatte wohl frühere noch ein aus Holz errichteter Tempel gestanden.
Super Bild von Resi, könnte glatt aus einem Thomas Cook Reisekatalog sein!
Und hier das Prachstück, der 17 Meter hohe Buddha! Und dann auch noch bemalt! Und dann in einer riesigen Höhle die über und über bemalt und mit weiteren Figuren verziert war! Man fühlte sich einfach nur noch winzig...
Auch interessant, diese aus den Fels geschlagenen Eingangssäulen zu den Höhlen...
Nischen über Nischen über Höhlen über Höhlen! Alles voller Buddhas!
Na, wer findet den Riesenbuddha im Bild unten?!
Das ganze Areal streckte sich über eine wirklich lange Felswand hinweg, bestimmt mehrere hundert Meter.
Hier dann mal die kleinsten Buddhas: Mini-Buddhas von nur wenigen Zentimetern Höhe, die zu zehntausenden (!) in den Stein geschlagen wurden, von einer Höhle in die nächste hinüberreichen, über und über damit besäte Wände!



Erschöpft aber sehr zufrieden ging es dann wieder zurück nach Datong in unser Hotel. Die Yunganggrotten waren wirklich beeindruckend, jeder der dort in der Nähe ist sollte sich das auf jeden Fall anschauen, es lohnt sich!
Zurück in Datong ging es dann wieder ins Hotel, wo wir dann an der Rezeption einen jungen netten Taxifahrer fanden, der uns nen Tip gab, wo man gut essen gehen könnte. Außerdem bot er uns an, uns am nächsten Tag für 20 Euro zum Hängenden Kloster zu fahren, dort auf uns zu warten, und uns dann wieder zurück zu fahren. Wir waren uns nicht sicher, ob die Zeit reichen würde, weil wir wussten, dass der letzte Bus nach Peking um 16 Uhr fuhr, und wir ja noch Karten kaufen mussten, und unzählige Chinesen sicher am Ende der Ferienwoche den gleichen Plan hatten. Aber er meinte, dass wenn wir um 8 Uhr in der früh losfahren würden, kämen wir so gegen 13 Uhr locker wieder zurück. Also wars wieder nix mit ausschlafen, die Kultur ruft, denn wenn man schonmal dort ist, will man ja auch soviel mitnehmen wie es nur geht!
Am nächsten Morgen also um halbsieben aufgestanden, das chinesische Frühstück "genossen", und dann mit unserem Taxifahrer getroffen. Hier mal ein kleiner Eindruck von dem Gefährt, mit dem wir den Tag verbracht haben:

Dass das Auto während der Fahrt nicht auseinander gefallen ist, ist echt ein Wunder! Insbesondere da wir voll bepackt waren, drei Deutsche mit riesigen Rucksäcken, sowie noch eine junge Chinesin aus dem Süden des Landes, die sich uns anschloss, da sie da auch hinwollte. Und das dann durch teils enorm hügelige Landschaften, immer wieder Bergauf. Die Kiste klapperte und röchelte, mehr als 20 PS hatte die sicher nicht. Auch innen, alles total kaputt, aber wir haben es überlebt, es war ein Abenteuer, aber der Taxifahrer war nett und die 2-stündige Fahrt dann auch irgendwie überstanden. Letztlich dann beim Kloster angekommen war es extremst stürmisch und bitterkalt. Das perfekte Wetter der vorherigen Tage ließ uns im Stich, wir packten uns dick ein (hatten ja schließlich unsere ganzen Sachen dabei, also war Zwiebellook angesagt...), und machten uns auf ins nächste Abenteuer, das hängende Kloster:

In einer atemberaubenden Landschaft gelegen, irgendwie fernab von allem, lag unser nächster Programmpunkt. Ursprünglich im sechsten Jahrhundert am Bergfuß gebaut, zog man es nach und nach immer höher den Berg hinauf, um dem unten verlaufenden Fluß und seinen Fluten auszuweichen. Das Kloster hängt sprichwörtlich an der Wand, wie man auf den folgenden Bildern sicher gut sehen können wird. Teils nur von einigen wenigen (Frauen-)oberschenkeldicken Holzpfeilern gestützt, wurden dort unglaublich enge Wege vor die in die Wand geschlagenen Räume gesetzt. Ich würde schätzen, dass zu damaligen Zeiten höchsten so 20 Menschen gleichzeitig dort unterwegs waren. Und keine 200 Touristen wie es bei uns der Fall war! Dafür war das nicht gebaut, dachte ich mir, aber meine Sorgen würden erst später erneut aufflammen, denn zuerst passierte etwas, das mich ordentlich ablenkte.

Ich verlor meine Kontaktlinse! Die linke um genau zu sein! Ganz großes Tennis! Ich sagte ja, es war stürmisch, ich bekam was ins Auge, musste meine Linse sauber machen, befürchtete schon, dass ich sie verlieren könnte bei meinem Glück, und schwupps, kam ein Windstoss als ich sie wieder einsetzen wollte, und weg war sie, irgendwo am Boden. Na ja, bislang hab ich die blöden Teile schon sooo oft verloren und immer wieder gefunden, also machte ich mich auf die Suche. Und bescherte damit den chinesischen Touristen eine noch viel größere Attraktion als so ein altes Gemäuer: Ein am Boden herumkriechender Typ einer dort äußerst seltenen Spezies: Ausländer. Wir waren die einzigen dort, und wir krochen am Boden rum, und wippten mit dem Kopf vor und zurück, weil wir ja nix sahen. Super! Die Menschenmassen bildeten sich allmählich um uns herum, und man fragte sich, was ich da mache. Ein Archäologe? Ein Gläubiger wie an der Klagemauer? Einfach nur ein Spinner? Keine Ahnung was sie sich dachten, aber das ging ca. zehn Minuten so, bis man mal fragte, was ich da denn täte. Also erklärt, was Sache ist, und schwupps, fühlten sich unzählige Chinesen dazu berufen, Held des Tages zu werden und mir beim Suchen zu helfen! Nicht sehr gesund für Kontaktlinsen, dachte ich mir, und versuchte sie vergeblich vom Helfen abzuhalten. Insgesamt ging das so sicher ne halbe Stunde, aber fündig wurde ich nicht. Dass ich mich bei den teuren harten Kontaktlinsen geärgert habe, dürfte wohl klar sein...


Aber schwarz ärgern hätte nichts gebracht, also Brille auf, und mit unseren Rucksäcken bepackt in das Kloster. Es war dermaßen eng und schmal, war man einmal drinnen, ging der Weg nur in eine Richtung weiter, denn hinter einem war alles voll mit Chinesen. Durch die Aufregung zuvor hatte ich etwas wichtiges vergessen: Meine Höhenangst... Die wurde mir erst bewusst, als ich schon oben war, und mit klar war, dass hier nirgendwo irgendwelche Stahl-Träger oder dergleichen zur Unterstützung nachträglich angebracht wurden. Alles war noch so wie vor Jahrhunderten! Nur mit VIEL mehr Belastung! Und mit Chinesen die es toll fanden, da rum zu springen und an diesen unglaublich dünnen Pfählen rum zu rütteln. Ich hatte Angst, das kann man sich kaum vorstellen. Aber irgendwie wurde ich auch belohnt, denn die Aussicht war toll, und es war schon echt ein spannendes Erlebnis, da entlang zu kraxeln, während der dünne, auf wenigen Pfählen ruhende Holzboden unter einem wackelt!
Hier sieht man meine Angst glaube ich ganz gut! Ich habe mich festgehalten wo es nur ging...
Diese Pfähle waren auch noch morsch, zumindest sahen sie so aus! In Deutschland wäre das nicht passiert! (Ein Spruch dessen wir uns in der Woche noch sehr häufig bedient haben...)
Lustig war es auch, wenn wir mit unseren Rucksäcken diese extrem schmalen Stiegen rauf und runter gestiegen sind, und dabei teils stecken blieben. Was ein Spaß!
Aber letztlich haben wir alles überlebt! Müde und erschöpft, durchfroren und ohne Kontaktlinse also zum Taxi zurück (hab mir übrigens am Tag darauf - ja, Sonntags, kein Ding hier! - in Peking neue gekauft. Das war ein weiteres Abenteuer für sich...). Dort dann die Frage unserer chinesischen Mitreisenden: Wollt ihr nicht noch zur Holzpagode? Ganz nah, ganz alt, ganz toll! Wir so: Hm, keine Zeit, müssen eigentlich zurück, kriegen sonst keinen Bus, müssen nach Peking laufen, usw. Taxifahrer dann: Kein Ding, wir schaffen es bis halbzwei zurück nach Datong! Wir daraufhin: Sicher? Ein zuversichtliches Nicken seinerseits besiegelte unser Schicksal, und weiter ging es zu einem der ältesten Holzgebäude der Welt:

Recht beeindruckend, innen drin auch wieder ein riesiger Buddha, die Stiegen hochwärts den Turm hinauf hatten etwas klaustrophobisches, die Aussicht war wegen leichtem Regen aber nicht so toll, und allgemein war es das nicht unbedingt wert. Wenn man dort ist, kann man es sich anschauen, aber falls man von einer mitreisenden Chinesin gefragt wird, ob man da noch einen "Abstecher" hin machen kann, weigert Euch vehement: Es ist bestimmt ne Stunde Fahrt noch, und der Rückweg nach Datong ist genauso weit wie vom Kloster aus, und überhaupt ist es das dann einfach nicht wert.


Irgendwann aber kamen wir dann doch in Datong an. Und natürlich: Der Taxifahrer wollte mehr Geld als vorher vereinbart. Langsam nervt das! Aber gut, wir haben es ja, wir sind ja nur Ausländer, man kann sich ja eh nicht wehren. Jeder noch vier Euro ärmer standen wir dann am Datonger Busbahnhof und hofften irgendwie, drei Plätze nach Peking zu bekommen. In der Halle die Ernüchterung: Brechend voll. Zig Schlangen, keine Ahnung wo man sich anstellen muss, Panik machte sich allmählich breit. Aber erstmal tief durchgeatmet, und dann ging das schon, kurz um Hilfe gebeten, wo man hinmuss, gesehen, dass das natürlich die längsten Schlangen sind, sich gemeinsam an jeder angestellt, gemerkt dass man doch an der falschen steht als man vorne dran war, rumgejammert auf chinesisch, der Verkäuferin zugelächelt, gemeint wie schwer das doch alles für einen sei, und letztlich dann doch an dem Schalter Karten für Peking bekommen, nachdem ungefähr noch ne halbe Stunde mit Warterei verging. Aber man muss schon sagen: Wir haben Glück gehabt, denn wir bekamen unsere Karten für den direkt nächsten Bus, und das vor all den Hundertschaften an Chinesen die da auch anstanden. Völlig erschöpft also ging es dann auf die letzte Etappe unseres Urlaubs, fünf Stunden Busfahrt zurück nach Peking.

"Hurra, wir leben noch!"