28.09.08

Theater, Theater!

Zugegebenermaßen nicht von mir fotografiert, aber dennoch sehr sehr sehr sehenswert, das Theater hier in Beijing! Tolle Fotos, tolle Architektur, mal schauen wann ich innen drin hocken werde!



Katzencafé

Gestern war Frau Liu bei uns hier in Beijing und wir haben uns getroffen! (Für alle die es nicht wissen, Frau Liu ist unsere Chinesisch-Lehrerin aus Deutschland. Wir sind neben dem Campus in ein unglaublich tolles Café gegangen, total gemütlich und schön heimelig, die Sonne hat rein geschienen und wir haben Tee getrunken. Hier ein paar Fotos:






Kommilitonen-Blogs

Nur eine kleine Info zwischendurch: Habe rechts in der Sidebar noch einen neuen Punkt beigefügt, wo ich schon die ersten Blogs von Freunden hier in Beijing verlinkt habe. Einfach mal reinschauen!

Wenn einer eine Reise tut...

Es gibt Dinge in China, die sind kompliziert, wie Internet im Wohnheim, dem Taxifahrer klarmachen wo der Hintereingang des Ostcampus der eigenen Universität ist und dergleichen. Und dann gibt es Dinge, wie das Reisen. In der Rangfolge noch einen ordentlichen Tick höher/schwieriger. Wirklich!

Wie einige vielleicht wissen, werden ab morgen verdammt viele Chinesen eine Woche Urlaub haben. Wirklich viele! Und wenn man weiß, wie es dann hier ist, wenn Millionen und Abermillionen Menschen in einem Land gleichzeitig verreisen, dann muss man sich schon wundern, wie wir es geschafft haben, erst heute noch irgendwie was zu bekommen. Von Peking aus mit dem Zug fahren? Schon seit Tagen keine Chance mehr, an Karten zu bekommen, die nicht für eine Fahrt mit einem Viehtransporter geeignet wären.

Aber wir haben einen Flug bekommen! Aber halt, nicht jeder hier darf fliegen. Nur die, die ihren Pass schon haben. Warum wieder? Weil wir unser Visum verlängern lassen mussten, nachdem wir hier eingereist waren. Das dauert aber unterschiedlich lange, doch glücklicherweise haben ich und Resi den mittlerweile wieder. Aber die anderen warten noch immer drauf, und haben jetzt nur den berüchtigten gelben Zettel. Der nach Aussage einiger zum Reisen reicht, laut Aussage anderer auf keinen Fall. Allein, diese Zettel zu kriegen war ein höllischer Aufwand (siehe vorvorletzten Eintrag).

Kurzum, nach unzähligen Stippvisiten bei dem Reisebüro hier bei uns im Wohnheim, haben wir uns für folgendes entschieden: Dienstag Abend geht der Flug von Beijing nach Taiyuan für 37 Euro, von Taiyuan fahren wir dann irgendwie nach Pingyao und kommen dort dann in einer Jugendherberge unter. Dort bleiben wir dann  zwei Tage oder so (und schauen uns diese Stadt an. Siehe dazu den Link für Pingyao: Ein Stadtbild das nahezu unverändert seit der Ming-Zeit erhalten ist, historischer geht es in China kaum mehr...), und fahren dann von dort aus, je nachdem ob wir Karten kriegen oder nicht, weiter nach Xi'an zu den Tonkriegern, oder nach Nordosten nach Datong um dort das Hängende Kloster und die Yungang-Grotten anzuschauen.

Je nachdem wo es uns hin verschlägt werden wir uns dann um eine Heimreise bemühen müssen. Irgendwie wird das alles ein sehr großes Abenteuer, weil wir noch keine Ahnung haben, wie das alles wird, aber wir sind zuversichtlich und voller Wagemut! Aber einen Reiserucksack habe ich mir mittlerweile (für 15 Euro, ein Riesending...) gekauft, und den Lonely-Planet leihen wir uns mal aus. Außerdem hab ich mir ein elektronisches Wörterbuch gekauft, das sollte dann und wann auch helfen. Ha, Abenteuer China, ich komme!

慢慢吃! Guten Appetit!

Auf Grund diverser Nachfragen hier ein wenig was kulinarisches an Bildern: Dinge die ich gegessen habe, und Dinge die ich ganz sicher nicht essen werde. Viel Spaß damit, aber Achtung: Leute mit schwachem Magen sollten die letzteren Bilder nicht vergrößern...







ACHTUNG: Jetzt wird's eklig!









Ich habe Euch gewarnt! - Im Übrigen freue ich mich beständig, wenn man hier dann und wann auch mal einen Kommentar im Blog hinterlässt. Was Euch gefällt, oder nicht, oder allgemein was einem so dazu einfällt, wenn ich hier schreibe und geknipstes von mir gebe! Also, ran an die Tasten, ich lese gerne was aus der Heimat!

Cheng De (承德) und das Vier-Sterne-Hotel

Irgendwie muss ich es langsam mal hinkriegen, öfters als nur alle Woche hier was zu posten! Aber ehrlich gesagt, es ist teils ganz schön aufwendig, die ganzen Bilder hier reinzustellen, der Post hier hat sicher jetzt 2 Stunden gedauert... Aber das war es wert, ich habe massig Fotos gemacht und unten reingestellt, ein paar davon auch von Resi, danke dafür!
Also, wo sind die Fotos her? Wir haben das Angebot der Uni wahrgenommen, mit ca. 200 anderen Auslandsstudenten gemeinsam einen Trip zu machen. Donnerstag auf Freitag, Busreise, nach Cheng De, einem Ort ca. 4 1/2 Stunden von Peking mit dem Reisebus entfernt. Inklusive Verpflegung und Übernachtung im 4-Sterne-Hotel, sowie dem Eintritt zu dem weithin bekannten kleinen Lama-Tempel und dem dortigen Sommerpalast und dem Besuch der dortigen Uni Donnerstagsabends, um uns dort mit Studenten auszutauschen und gemeinsam Spaß zu haben. Und das ganze für 15 Euro. Da sagt man doch nicht nein, oder!?
Zumal man ja einfach auch jede Chance hier nutzen sollte, ein wenig was vom Land zu sehen. Und ich muss sagen, der Ausflug war toll! Wir hatten traumhaftes Wetter, es war teils sehr kalt (wir wurden gewarnt, dass es kälter als in Peking ist), dafür hat die ganze Zeit die Sonne ohne eine einzige Wolke am Himmel in güldenem Licht geschienen, wie der Herbst im Deutschland, nur ohne Laub bislang. Wirklich wirklich wunderschön, gerade diese kristallklare Luft weitab der Metropolen, man hatte eine wunderbare Aussicht bis weit in die Ferne.
Fast wäre ich ja nicht mitgefahren, weil ich mich die Tage zuvor ein wenig erkältet hatte. Wir waren am Montag in Wudaokou (五道口) bei einem tollen Japaner was essen, und danach in einem netten Irishpub dort, jedoch saß ich direkt vor einer der allseits präsenten Klimaanlagen und bin folglich am nächsten Tag mit dickem Hals ausm Bett gekrochen. Dadurch dass wir Dienstag dann nach dem Unterricht auch noch Klassensprecherkonferenz hatten, ich um 4 dann auch noch Kalligraphie, und danach noch sicher ne Stunde voller Stress und Gerenne rumgekämpft haben, um an die gelben Zettel zu kommen, die man braucht, um ohne Pass rumzureisen, war es kein Wunder, dass ich mich nicht sonderlich ausgeruht habe. Den Test den wir am Mittwoch dann schreiben würden und für den ich an dem besagtem Dienstag, an dem ich mich hätte ausruhen sollen, auch noch lernen musste, habe ich noch gar nicht erwähnt. Ohja, dieser Test. Es ist erschreckend, wenn man bei der Hälfte der Zeichen keine Ahnung hat, was sie bedeuten. Irgendwie hab ich das nicht gerallt, was unsere Lehrerin da eigentlich von uns wollte. Es war backschwer, teils komplett anderes Zeug als wir bislang gemacht hatten, und letztlich echt ärgerlich. Dass ich die ganze Zeit mit meiner Erkältung kämpfte hatte es auch nicht besser gemacht. Nach dem Test also erstmal ins Bett und versucht mich soweit zu rehabilitieren, dass ich Donnerstags wieder mitfahren konnte. Nun, wie die folgenden Bilder zeigen, ging es mir schon besser den Tag darauf:

Die Busfahrt an sich war gut erträglich. Ich hatte schlimmere Reisefrachter erwartet, aber dank Klimaanlage ließ sich der ewig lange Trip gut überstehen. Zugegebenermaßen: Die Rückfahrt war vieeel ätzender, kam einem vieeeel länger vor und auch vieeeel unbequemer. Wir sind übrigens mit fünf Reisebussen gefahren. In China ist eben alles ein wenig größer angelegt, auch 2-Tages-Trips.


Anfangs war ich ein wenig von der Aussicht enttäuscht...


... aber das legte sich recht schnell: Immer mehr und mehr wandelte sich die Landschaft zu etwas hin, was wie ein schwaches Abbild der Toskana auf mich wirkte, aber irgendwie dann doch ganz anders war. Die Formen der Berge, die Farben der Vegetation, das Licht wie es sich bricht, alles war leicht anders als gewohnt. Dennoch, das ausgebleichte, leicht vertrocknet karge, neben dem vital grün sprühendem, das erinnerte mich wirklich stark an diesen Landstrich in Italien. Selbst die Häuslein entlang der Strecke schienen irgendwie ähnlich klein und "gemütlich" veranlagt.




Man muss erstmal ein Lokal finden, in dem gleichzeitig 200 Leute essen gehen können. Cheng De ist jetzt nicht sooo die riesige Stadt (gerade mal 3,6 Mio Einwohner), daher war diese illustre Location auch am zweiten Ausflugstag das Ziel unserer Wahl. Aber zugegeben: Es war echt toll! Von außen sieht es ja schon mal Klasse aus, ein toll hergemachtes Anwesen mit allem was dazu gehört. Aber was uns dann drinnen erwartete, das hatte eigentlich niemand erwartet, so was habe ich noch nicht gesehen...



Alles authentisch, sogar die Kostüme, zumindest meistens (s.u.)...



Es fing harmlos an...


... wurde ein wenig wilder ...


... und kumulierte sich allmählich zum Höhepunkt...


... so dass ich sagen musste: So was extrem verkitschtes habe ich noch nie gesehen! Aber schaut Euch die Bilder an, die sprechen hier mehr als Worte!




Gesangliche Unterstützung gab es hier auch, in einer Lautstärke, die einem die Trommelfelle hat platzen lassen. Darauf waren wir nicht vorbereitet gewesen. Und als wir dann schon hofften, der Kerl an der Anlage drehe es ein wenig leiser, irrten wir gewaltig: Er machte es noch lauter, und die schrillen Stimmen der Damen kakophonierten regelrecht.


Die Herren gewannen hingegen dann nicht nur in der Gesangsnote (sie sangen nicht nur leiser, sondern auch besser), sondern auch in der B-Note des Styling. Wenn das nicht mal ein Rock ist, Madonna hätte den Herren sicher noch in ihrem "Don't tell me" Video gebrauchen können...


Oder diesen jungen Freund hier! Der pinke Glitzerhut war natürlich total authentisch traditionell chinesisch! Aber von mir erst mal Hut ab: Er sang wirklich sehr sehr gut. Ein Volk voller Hobby-Karaoke-Sängern. Manchmal echt unfair!



Das Essen war nebenbei bemerkt extrem gut. Und nein, ich habe den Fisch nicht probiert!


So, hier also sind wir am kleinen Bruder des tibetischen Potala-Palastes angekommen. 



Ja, ziemlich groß.


Unsere nette Reiseführerin des Busses Nummer 4, die manchmal verzweifelte, weil wir nicht so schnell wollten wie sie. Natürlich sprach sie fließend - chinesisch! Aber kleine Bruchteile hat man dann doch mitbekommen.








Die Aussicht war atemberaubend! Das kommt leider auf den Fotos nicht annähernd an das Original ran. Die Farben sind viel zu blass in der Ferne. Es war enorm, wie sich auch die weiter unten zu sehende Mauer (nicht die Große!) in der Nähe entlang schlängelte. Ihr Name ist irgendwas mit Drachen. Eben wie ein Drache, der im Land liegt.











Das war dann im Innenbereich des Palastes. Architektonisch wirklich toll, und alles so herrlich bunt. Wie bislang alle alten Gebäude die wir besichtigt hatten, war alles über und über mit Details verziert. Alles bis ins Detail bemalt, geschmückt, liebevoll und voller Hingabe geschaffen.











So ging es sehr vielen Figuren dort an der Außenseite des Palastes. Ikonoklasmus? 1966-1976? Wäre naheliegend.


Das goldene Dach! In Realität noch viel goldener!




Das war dann abends an der Uni von Cheng De, wir wurden empfangen, einige von deren Studenten haben was aufgeführt, einige von uns auch. Diese hier kamen glaube ich aus Malaysia, und tanzten sehr arabisch! Allgemein ein toller Abend, ich habe ein Mädel als "Guide/Freund/Sprachpartner" abbekommen (s. ein Bild weiter unten!), welches echt total bemüht und nett war. Bestimmt 2 Stunden sind wir über deren Campus spaziert, sie hat mir alles gezeigt, und mich zum Chinesisch gezwungen. Was aber auch gut so ist, denn so allmählich merke ich, wie es sich mit kleinen Babyschritten immer mehr verbessert, gerade was das Hörverständnis angeht. Man bin ich froh, wurde auch Zeit!



Am nächsten Tag stand dann der dortige Sommerpalast an. Die Nacht war entspannend, das Hotel wirklich gut (eher wie ein 3-Sterne-Hotel in Deutschland, aber für China und die Gegend echt fein - das Frühstück war typisch chinesisch, daher eher grauenhaft.), das Wetter spitze und die Motivation groß! Hier finden sich ein paar Infos zu der Residenz.
Auf dem Bild zu sehen sind ein paar chinesische Rentner die im Gebäudekomplex frühmorgendliches (8:30 Uhr) Taiji machen.


Das schöne an den Gebäuden  hier war, sie waren äußerst schlicht gehalten. Einfach aus Holz, nicht bemalt, sehr geometrisch, dadurch viel ruhiger, entspannter, meditativer. So könnte man sich das Leben wirklich vorstellen, hausen wie die Kaiser, tja!


Die Sonne schien, aber es war echt kalt. Ich sah aus wie ein Regenwurm. Egal! - Meine Lehrerin sah dafür besser aus, wenn ich vorstellen darf: Fang Laoshi!



Die Gartenanlage hinter den Gebäudekomplexen war atemberaubend schön. Je später der Morgen, desto voller wurde es, aber es war wirklich prächtig. Gerade dieses Bild gefiel mir besonders gut, wie der Zweig da zentral ins Bild und in die Berge ragt.










Das hier war so ein wenig das Highlight meines Ausflugstages: Dieser Turm war quasi kaum besucht: zeitweise waren da nur 8 (in Ziffern: acht!) Menschen auf einen Fleck, es war traumhaft ruhig, die Sonne schien einem auf den Pelz, man sah in strahlend blauen Himmel, saß neben dem Turm auf den Treppen, sah rauf, lauschte den unzähligen Glocken die an den Ecken angebracht waren und die der Wind anschlug, sowie dem Rauschen der Blätter. Es war wirklich traumhaft, mein bislang ruhigster Moment in China. Am liebsten hätte ich mir dort eine Liege hingestellt und einfach nur geschlafen, so friedlich war das.





Nach diesem Ausflugsziel ging es dann abermals in das Restaurant, dieses Mal zum Glück für uns ohne Gesang, aber leckerem Essen, und danach auf den langen langen Trip zurück zur Uni. Schon erstaunlich, wie sehr einem dort dann die dunkle Luft aufgefallen ist, wenn man vorher die klare geschnuppert hatte.
Aber wie gesagt, ein toller Ausflug, erst recht für 15 Euro!