15.01.09

北海 - Der Beihai-Park

Man mag es kaum glauben! Es ist Donnerstag! Und es war mal wieder ein klassischer Ausflugsdonnerstag! Und ich schaffe es tatsächlich, noch am gleichen Tag einen Eintrag zu verfassen! Wenn das mal nicht vorbildlich ist!

Von den eigenen (sehr bequemen, herrlich warmen und ganz frisch erst neu bezogenen) vier Wänden langsam gelangweilt, machte sich der muntere Tross bestehend aus der Österreicherin, dem Skins-Abhängigen Simon, dem aus Qingdao (mit Umweg über Haerbin) für eine Woche nach Beijing gelangten Sören und meiner Bescheidenheit auf, die Wasser des Beihai zu erkunden. Der Beihai, seines Zeichens westlich der verbotenen Stadt gelegen, ist ein beliebtes Domizil der Beijinger Bevölkerung, im Sommer zum Boot fahren, im Winter um auf dem Eis rumzuschlittern. Die weiße Pagode als eines der markanten Wahrzeichen der Stadt thront hier auf einem Inselberg der inmitten des Sees gelegen ist und reiht sich in noch einige weitere Sehenswürdigkeiten des Parkes ein. Bei klirrender Kälte und mit reichlicher Verspätung landeten wir mittels des Beijinger öffentlichen Nahverkehrs am Nordtor und fanden nach anfänglichen Schwierigkeiten auch zueinander, sowie einen halbwegs vernünftigen Plan, das Gelände abzulaufen. Es war bitterst kalt, die Sonne schien aber und dennoch hätten wir uns die Luft heute weniger diesig gewünscht. Die Fotos zeigen gerade auf Entfernung hin eine gewisse Unschärfe. Unschön, aber nicht zu vermeiden...
Ich werde zu den einzelnen Fotos wieder wie in altgedienter Manier hier und da ein paar Kommentare anfügen. Weitere Infos zum Beihai-Park hier: Klick mich!
Ah, wichtig noch: Direkt nördlich der Pagode beim "Abstieg" gibt es noch eine "seriously weird cave®" für 3 Kuai Eintritt. Erspart es Euch und sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt, hehe...


Schön, auch mal andere Enten zu sehen! Quak!



Der Vorteil davon, dass die Parks Eintritt kosten: Sauber, ordentlich, wunderbar.


Der See war zu großen Teilen zugefroren, Enten watschelten darüber, aber die sonst üblichen Fähren die hin und her fuhren waren natürlich nicht nutzbar. Aber Chinesen wären keine findigen Geschäftsmänner wenn sie sich für derlei Situationen nicht wappnen würden und eine alternative Geschäftsidee in der Hinterhand hätten. Verleiht man eben Eisschlitten. Ja. Eisschlitten... Für all jene, denen es zu peinlich ist, beim Schlittschuhfahren ständig auf den Allerwertesten zu fallen... Ein Bild für die Götter:




Von Links nach Rechts: Die bezaubernde Österreicherin (der einmal mehr ein paar Fotos hier zu verdanken sind), der Local-Deutsche Simon mit viel zu gutem Frühstück und Sören aus der ehemaligen deutschen Kolonie, der sich in Haerbin die Oberschenkel verbrannt und die Fingerrücken abgefroren hat.


Du kommst hier nicht vorbei!


Ja, auch in diesem Beitrag einmal mehr ein Bild der Marke "BUNT!". Aber ein durchaus gelungenes, wenn ich mir mal ganz unbescheiden selbst auf die Schulter klopfen darf.





In der Nähe der "seriously weird cave®"... Nachwirkungen oder so...


Der Beihai ist an sich relativ groß, wobei nur der nördliche Teil interessant ist, da sich nur dort Gebäude und Sehenswürdigkeiten aneinander reihen. Die südliche Hälfte hat gar nichts zu bieten.


Der Zehntausend-Buddha-Turm.


Von hinten recht unscheinbar, offenbarte die Vorderseite Abwechslung zum Beton-Stil der Rückseite:



Wenn es nur wirklich so mystisch wäre hier in Beijing... Von Nebelschwaden umwaberte Paläste und Pavillions, geheimnisvolle Wälder, und mittendrin ein Ufo vom anderen Stern.


Das ist im Übrigen die Pose, welche erfolgreiche, leicht vom Wohlstand angedickte chinesische Männer um die 50 einnehmen. Nicht nur wenn sie fotografiert werden, sondern prinzipiell überall. Was ein Spaß!


Einfach bezaubernd schön: Gerade jetzt, kurz vor dem neuen Jahr, die Glückswünsche/-bringer die sich von dem sonst überall verbreitetem Kitsch positiv abheben. So stellt man es sich immer vor, und so sollte es eben auch sein.







So in etwa war der Kaiser bestimmt auch schon an dem Flecken gestanden, um über sein Beijing zu blicken.







Hier noch ein paar Bilder von einem sehr schönen, leicht versteckt angelegtem Garten im Garten. Man sieht es immer wieder, könnte sich sowas für zu Hause aber dennoch gut vorstellen wie ich finde. 






Ja, wir haben die Umgebung unsicher gemacht!


So, und jetzt mal ein Haus, was ich mir wirklich gerne selbst bauen lassen würde. Dieses ganze bunte Angemale ist irgendwann auch echt mal zu viel, und umso erholsamer ist es, dieses naturbelassene, herrlich braunfarbene Holz zu sehen, aus dem die Halle gebaut wurde. Ähnlich wie in Chengde damals hat man hier ganz schlicht etwas herrliches gebaut. Stilvoller als vieles bunte wie ich finde, mit einer Erhabenheit und inneren Ruhe und Ausgeglichenheit. Für mich immer ein Highlight, so etwas zu sehen.




Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit: Die Neun-Drachen-Mauer! 1756 erbaut und mit 427 siebenfarbigen Reliefs aus glasierten Kacheln verkleidet. Sie stellt neun große, in Wolken und Wellen spielende Drachen dar. Die Wand ist knaoo 6 Meter hoch, 1,6 Meter dick und 25,5 Meter lang. Neben den neun großen Drachen befinden sich auf den weiteren Verzierungen der Wand hunderte weiterer Drachen-Reliefs, insgesamt zeigt die Wand 635 Drachen in allen Größen. Dies ist die einzige Drachenwand in China, die von Vorder- und Rückseite gestaltet wurde. Danke Wikipedia!






Es wurde gegen Ende noch ein wenig klarer, daher hier noch einmal die Weiße Pagode im Sonnenuntergang:



Alles in allem ein sehr schöner, witziger Ausflug, einfach mal auch mit neuen Leuten dabei, und schön viel Albernheit die ich hier nicht größer erwähnen werde, denn Meister Lü könnte ja zuhören! Hehe...
Aber für die nächsten Wochen werden wir wohl keinen Outdoor-Ausflug mehr machen, jetzt sind wirklich Museen und dergleichen dran, es ist einfach zu kalt, da frieren einem die Zehen ab...

Ich habe noch ein paar tolle Fotos heute bekommen, die alle ein gutes Stück älter sind, ich werde sie mal halbwegs ordnen und ein paar Perlen darunter ausfindig machen, die ich dann hier die Tage online stellen werde. Stay tuned!

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